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Hunny kam mit fünf Jahren zu uns. Wie so viele Greyhounds, die aus der Rennindustrie aussortiert wurden, hatte sie Probleme mit den Hufen – dünne Ballen, ungepflegt und ungepflegt. Es dauerte nicht lange, bis ihre Hufe durch Sand, Glassplitter und Hühneraugen geschädigt waren; die drei häufigsten Hufprobleme bei Greyhounds.
Nachdem wir Hundeschuhe aus aller Welt erfolglos ausprobiert hatten, wurde uns klar, dass wir, um Hunny helfen zu können, selbst etwas entwerfen mussten – mit ihrer Hilfe! Hunny wurde die erste Mitarbeiterin unseres Start-ups. Sie ließ sich täglich von uns an ihren Pfoten herumschubsen und -stupsen, während wir experimentierten und entwickelten. Wir haben viel über die Anatomie von Greyhounds und ihre besonderen Merkmale gelernt. Hunny war Model, Inspiration und geduldige Mitgestalterin jedes einzelnen Schuhs, Hausschuhs und Stiefels, den wir hergestellt haben. Jedes Konzept – ob gut oder schlecht – wurde von ihr geduldig erprobt, denn wir wollten nicht nur ihren Bedürfnissen, sondern auch denen von Greyhounds weltweit gerecht werden.

Sieben Jahre später genießt Hunny internationale Anerkennung. Dank ihr genießen Tausende von Windhunden und ihre Eltern ein unbeschwertes und sicheres Leben. Die Rennsportbranche mag sie als wertlos betrachtet haben, aber für uns ist sie unbezahlbar.
Mit fast zwölf Jahren hat sich viel verändert. Hunny ist immer noch höflich, wohlerzogen und etwas distanziert. Sie genießt gemütliche Spaziergänge und liebt den Wind im Gesicht. Am liebsten unternimmt sie Abendspaziergänge, wenn alle zu Hause sind und sie Straße, Weg und Park für sich allein hat. Sie ist nicht besonders angetan von anderen Hunden, hat aber nichts gegen gelegentliche Gesellschaft anderer Hunde, solange diese nicht anhänglich oder zu aufdringlich sind.
Früher liebte sie den Strand und das Planschen im Wasser, aber heutzutage ist es schwierig, da sie aufgrund ihrer Erkrankung leicht stolpert. Sie bevorzugt einen Park mit ebenem Untergrund und guter Sicht. Besonders gern spielte sie mit Statuen in einem bestimmten Brunnen in den Fitzroy Gardens in Melbourne.
Sie liebt es immer noch, an Blumen zu riechen. Sie muss überall dort schnüffeln und urinieren, wo schon ein anderer Hund hingepinkelt hat. Sie ist eine reisefreudige Hündin und fährt immer noch gerne Auto, muss aber mittlerweile hinein- und herausgehoben werden. Sie ist immer noch wählerisch, ob sie am Zielort aussteigen will.

Früher war sie nie eine begeisterte Schmusekatze – doch das hat sich in ihren letzten Lebensjahren komplett geändert. Jetzt kratzt und bettelt sie um mehr Streicheleinheiten. Ständig arrangiert sie ihre Kissen neu, lebt meist kopfüber auf dem Sofa und genießt tagsüber Fernsehen. Jeden Abend gegen 21 Uhr beschließt sie, dass es Zeit fürs Bett ist, rollt sich auf dem Sofa zusammen und wirft uns ab und zu einen bösen Blick zu, wenn wir ihr „Schlafzimmer“ nicht verlassen.
Sie kann schon von der anderen Seite des Hauses hören, wie eine Scheibe Käse ausgepackt wird; das ist eines der wenigen Dinge, die sie wieder aufrichten und vom Sofa treiben.
Früher wachte sie früh auf und weckte uns mit einem leisen „Arrooo“ zum Gassigehen, fürs Geschäft und fürs Pipi machen. Heute müssen wir sie wecken. Sie bevorzugt jetzt einen Morgenkuss und eine Streicheleinheit gegenüber einem kleinen Herumtoben.
Sie ist sich ihrer Körperlichkeit sehr bewusst, sie schleicht durchs Haus und hat dabei noch nie etwas angestoßen oder umgehauen oder etwas berührt, von dem sie weiß, dass es tabu ist.
Sie verbringt etwa 22 Stunden am Tag auf ihrem Sofa oder gelegentlich auf einem ihrer Betten. Jedes Mal, wenn sie aufsteht, streckt sie sich im herabschauenden Hund: zuerst die Vorderbeine, dann die Schultern, dann die Hinterbeine und schließlich den Schwanz.

Abgesehen von ihrer Treppenschwäche ist sie der klügste Hund, den ich je kennengelernt habe. Ihre milchigen Augen sind eindringlich, ihr Blick dringt bis in die Seele. Ihr Gesicht ist vom Zahn der Zeit gezeichnet, aber ihr Herz ist voller Liebe und Zufriedenheit.
Sie ist unser Greyhound und unsere Freundin. Sie gehört zu unserer Familie.